
Netzwerken - Immer eine (de)GUT(e) Idee
Ein regnerischer Tag in Berlin im Oktober. "Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben."
Ich verbinde dieses Gedicht von Rilke stets mit meinem Opa, der es auf Familienfesten jedes Jahr zu dieser Zeit zitiert. Es stimmt, dass ich mir dieses Jahr kein Haus mehr bauen werde, aber mein kleines Home-Office-Nestchen werde ich mir dennoch bereiten. Auch habe ich nicht vor, mich auf die Winterruhe vorzubereiten, sondern verbringe viel lieber meine Zeit damit, mich voll und ganz meiner Arbeit zu widmen. Es ist nun schon mehr als anderthalb Jahr her, dass mich der deutsche Herbst in die Arme geschlossen hatte (und ich bin dankbar, dass ich kalte Zeit im letzten Jahr in Lateinamerika verbringen durfte!). Doch Oktober bedeutet für mich Hochkonjunktur. Konferenzen und Abendveranstaltungen locken die Menschen eher in wohltemperierte Räume als im Hochsommer. Der große Sommerurlaub ist längst vorbei und alle sitzen wieder gewohnt am Arbeitsplatz.
Es ist der beste Moment, seine Arme nach neuen Kontakten und potenziellen Kunden auszustrecken, wenn am eigentlichen System gerade alle zu funktionieren scheint: Denn dann macht Netzwerken Spaß. Dann wirkt es nicht aufdringlich und verzweifelt. Es fühlt sich an wie ein angenehmes Gespräch im Alltag, mit dem man nicht gerechnet hat. Und es bietet einem die Gelegenheit, mit all seinen Sinnen offen und gespannt Präsentationen und Vorträgen zu lauschen.
Als ich mein Studium in Konferenzdolmetschen im Herbst 2020 begann, war mir noch nicht ganz bewusst, wie viel eigentliche Arbeitszeit genau in das Kontakteknüpfen und Austauschen gesteckt werden sollte, damit sich der eigene Name (und seine Expertise) herumspricht.
Für mich war das tatsächlich die allererste deGUT und ich muss sagen, dass ich überrascht war, wie gut sie mir gefallen hat! Neben netten Gesprächen mit Ausstellern aus und rund um Berlin fand ich die Möglichkeit, sich individuell und ganz flexibel per QR-Code in die verschiedenen Live-Talks hinzuzuschalten als bereichernd. Wie spannend ist es auch immer wieder, einer Kollegin zu lauschen. Gerade wenn man beide Sprachen beherrscht, finde ich es immer wieder aufregend, Gedankengänge versuchen nachzuverfolgen.
Bis nächste Jahr, liebe deGUT!